Infos zur Herzoperation

Allgemeine Hinweise
Patienten, die zur Herzoperation kommen, sollten natürlich gut vorbereitet sein, damit für die Operation die bestmöglichen Ausgangsbedingungen vorliegen und das Risiko entsprechend niedrig ist. Kann ein Termin in Absprache mit dem Patienten und der Herzklinik seiner Wahl erfolgen, so handelt es sich um eine elektive Operation.
Zum Zeitpunkt der Klinikaufnahme sollte sichergestellt sein, dass keine Erkältungen oder andere Infektionen vorliegen. Wichtig ist auch, dass die Zähne saniert sind, da vereiterte Zähne im Rahmen der Operation eine lebensbedrohliche generalisierte Infektion (Sepsis) auslösen können.
Gelangen Infektionserreger ins Blut, besteht bei Patienten mit einer Herzklappenoperation immer die Möglichkeit, dass sich an der implantierten Herzklappe oder an der Herzinnenhaut eine Infektion festsetzt, die eine zweite Operation mit dem Austausch der Herzklappenprothese notwendig macht.
Notfalloperationen stellen eine Ausnahme dar. Aufgrund der lebensbedrohlichen Situation ist die Operation sofort durchzuführen.
Wenn Sie sich nach der Herzoperation auf der Intensivstation das Leben erleichtern wollen, was die Atmung und Ihre Lunge betrifft, so ist es sehr empfehlenswert, schon mindestens 6 Wochen vor der Operation mit dem Rauchen aufzuhören. Interessanterweise hat sich nämlich herausgestellt, dass ein plötzlicher Nikotinentzug unmittelbar vor der Herzoperation nachteilig ist.
Bei Rauchern ist die Lunge stärker verschleimt. Die Atmung ist häufig flach und das Schleimabhusten sehr mühsam. Deshalb müssen Raucher nach einer Herzoperation oft länger an der Beatmungsmaschine bleiben als Nichtraucher.
Früher wurden Patienten mit Übergewicht wegen zu hohem Operationsrisiko nicht am Herzen operiert, bevor sie nicht entsprechend abgenommen hatten. Leider wird diese Meinung z.T. auch noch heute in einigen Herzzentren vertreten. Unsere Erfahrung zeigt allerdings, dass übergewichtige Patienten kein wesentlich höheres Operationsrisiko als normalgewichtige Patienten besitzen. Aufgrund der Herzerkrankung ist die Gewichtsreduktion ohne sportliche Betätigung, d.h. nur mit einer kalorienarmen Diät, fast unmöglich. Außerdem weisen Patienten, deren Stoffwechsel durch Gewichtsabnahme umgestellt ist, eine erhöhte Komplikationsrate nach der Operation auf.
Falls Sie an einer Lungenerkrankung leiden, sollten Sie sich von Ihrem Lungenfacharzt für die Operation vorbereiten lassen.
Trotz der vielen Kontrolluntersuchungen gespendeten Blutes verbleibt immer noch ein ganz geringes Risiko, sich bei Fremdblutübertragungen mit ansteckenden Krankheiten (z. B. HIV-Infektionen - dies entspricht dem Krankheitsbild AIDS, Leberentzündungen u. a.) zu infizieren. In der Regel kommt man aufgrund moderner Methoden der intraoperativen Blutrückgewinnung bei Wahlherzoperationen ohne Fremdblutübertragung aus. Möchte man jedoch ganz sicher sein, sich bei gegebenenfalls doch nötigen Blutübertragungen nicht mit ansteckenden Krankheiten zu infizieren, so besteht die Alternative der Eigenblutspende.
Heute zählt die Gelegenheit der Eigenblutspende zum Standard. Ob die Eigenblutspende möglich ist, hängt von der Schwere Ihrer Herzkrankheit ab. Sie können diese Entscheidung zusammen mit Ihrem Hausarzt oder dem Team der Herzklinik treffen.
In aller Regel kann jedoch bei unkomplizierten Operationen und normalem Ausgangswert des Blutfarbstoffes (Hämoglobin) auf eine Fremdblutgabe verzichtet werden.
Die Medikamente, die Sie regelmäßig bekommen, sind vor der Operation in gewohnter Weise weiter einzunehmen. Eine Ausnahme stellen blutverdünnende Medikamente dar. Die Thrombozytenaggregationshemmer, wie z. B. Aspirin, Colfarit, Godamed, Asasantin, Persantin, Tyklid, Monobeltin u. a. sollten acht Tage und Marcumar vier Tage vor der Operation abgesetzt werden.
Von der Herzklinik erhalten Sie ein Schreiben mit Ihrem Aufnahmetermin und der Aufforderung, die blutverdünnenden Medikamente wie oben beschrieben abzusetzen. Beim Absetzen von Marcumar ist es erforderlich, diese Phase mit Heparin zu überbrücken. Sie können Letzteres genau mit Ihrem Hausarzt besprechen und planen.
Um entspannt und ausgeruht zur Operation zu gehen, empfiehlt es sich, einige Tage vorher mit der Arbeit aufzuhören. Dies erleichtert Ihnen die Genesung nach der Herzoperation.
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