Foto: Dr. med. Ina Carolin EnnkerDr. med. Ina Carolin Ennker
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Zu den Seiten vonProf. Dr. med. J. EnnkerFacharzt für Chirurgie, Herzchirurgie, Thorax- und Kardio­vasku­larchirurgie, Gefäß­chirurgie

Presse

Aus Liebe zum Beruf
Frauen im Visier: Dr. Ina Carolin Ennker

Dr. med. Ina Carolin Ennker: Fachärztin für Chirurgie, Thorax- und Kardiovaskularchirurgie Sie ist eher dieser zarte Typ von Frau - auf den ersten Blick. Das täuscht. Früher ist sie Motorrad gefahren, ist Dressur geritten und war Taucherin. Heute ist sie eine von 14 Chirurginnen in Deutschland, die ihre Facharztprüfung in Herzchirurgie haben. Seit Sommer 1994 arbeitet sie als Oberärztin am Herzzentrum Lahr. Zusammen mit ihrem Mann, dem Ärztlichen Direktor des Klinikums, sind sie das einzige verheiratete herzchirurgische Ehepaar in Europa.

Ina Ennker hat zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter, vier und neun Jahre alt. Während ihrer Facharzt-Ausbildung hat sie ihr erstes Kind zur Welt gebracht. Danach hat sie als Oberärztin in der Abdominal- und Transplantationschirurgie gearbeitet. "Dazwischen lagen acht Monate Mutterschutz und Erziehungsurlaub." Dann hat ihr Mann, der am Herzzentrum Berlin arbeitete, den Sohn zu sich genommen, damit Ina Ennker ihre Ausbildung abschließen konnte. "Vier Jahre haben wir eine Wochenend-Ehe geführt, ich in Hannover, Mann und Kind in Berlin." Bis der Sohn dann eines Tages den Vater fragte, ob es in ganz Berlin nicht auch für Mami eine Stelle gibt. Da hat es ihr einen Stich gegeben, der Mutter und Ärztin. Und sie ist umgesiedelt, zur Familie. Fortan wirkte sie im Bereich Herz- und Thoraxchirurgie im Herzzentrum, aber auch im Lungenkrankenhaus in Heckeshorn. 1994 wurde die Tochter geboren, in Berlin.

Studiert hat die Medizinerin in den Jahren 1978 bis 1984 in Hannover, Promotion im Oktober 1984. Zunächst hat sie in Hameln in der Anästhesie gearbeitet, ehe sie 1985 an der medizinischen Hochschule als erste Frau ihren chirurgischen Facharzt gemacht hat.

"Der Beruf entschädigt für vieles. Man kann sehr viel bewirken. Aber auch die Begegnung mit dem Tod ist nirgends so direkt wie hier, wenn sich einmal Komplikationen einstellen sollten", erzählt die Oberärztin. Der Beruf ist anstrengend, physisch wie psychisch. Sie macht pro Tag ein bis zwei Operationen. Im Monat hat sie fünf bis sieben Rufdienste. Täglich arbeitet sie von 7 bis 18 Uhr. Wie schafft sie das? "Ich komme natürlich nicht taufrisch nach Hause." Aber sie hat Hilfen. In erster Linie durch ihren Mann. "Das geht nur, wenn ich einen Partner habe, der voll hinter mir steht." Ihre Eltern und Schwiegereltern sowie eine Kinderfrau unterstützen sie. Freizeit abends und an den Wochenenden verbringt sie ausschließlich im Familienkreis. Gibt es Probleme im Alltag der Kinder, so kann sich Ina Carolin Ennker "gut abgrenzen" vom Beruf. Sie nimmt frei und ist dann nur für die Kinder da.

Stunden für sie selbst bleiben wenige. Manchmal nachts, malt sie Bilder, auch eine Art der Bewältigung des psychischen Drucks in ihrem Beruf. Urlaub zu Hause ist für sie am schönsten, oder Besuche bei Bekannten und Freunden in Berlin und Hannover. Die Kinder sind reiselustig. Die Eltern ohnehin in aller Welt unterwegs, wenn sie zu Kongressen und Tagungen müssen. "Fernost ist schön, die Landschaft, die Gerüche," schwärmt die Kardiochirurgin für einen Augenblick.

Neben dem Klinik-Alltag sind Veröffentlichungen zu schreiben, Vorträge vorzubereiten. Außerdem interessiert sich Ina Carolin Ennker sehr für den Werdegang von Frauen in der Medizin-Geschichte, nimmt die Stellung der Frau im chiurgischen Bereich unter die Lupe. Die Fachärztinnen in Deutschland sind schon dünn gesät, noch magerer sieht es im europäischen Ausland und in den USA aus. Den Frauenanteil an der Klinik in Lahr versucht die Klinikleitung hochzuhalten. Nicht zuletzt deshalb wurde ein klinikeigener Kindergarten eingerichtet.

Ina Ennker sieht sich als Weltbürgerin. "Wenn man in so einem Fach nicht offen ist, geht es nicht." Hinwendung und Einsatz für den Patienten, Transparenz, wirtschaftliches Denken und der rege Austausch mit anderen Kollegen sind die Eckpfeiler ihrer Berufsauffassung.

Quelle: Mittelbadische Presse - Montag, 24. August 1998
Von Susanne Wagner-Köppel (Text) und Ulrich Marx (Foto)

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Kontakt

E-Mail: ina.ennker(at)yahoo.de

Fachpresse

„An Unusual Team of Cardiothoracic Surgeons”

Chirurgie, Thorax- und Kardiovaskularchirurgie
E-Mail: ina.ennker@yahoo.de