Foto: Dr. med. Ina Carolin EnnkerDr. med. Ina Carolin Ennker
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Zu den Seiten vonProf. Dr. med. J. EnnkerFacharzt für Chirurgie, Herzchirurgie, Thorax- und Kardio­vasku­larchirurgie, Gefäß­chirurgie

Presse

"Ich brauche ein zweites Standbein"
Ina Carolin, Oberärztin, 48, und Jürgen Ennker, Chefarzt, 54

Seit 13 Jahren machen sie jeden Morgen gemeinsame Visite bei den Patienten im von ihnen gegründeten Herzzentrum Lahr/Baden (www. heart-lahr.com), die Oberärztin und der Chefarzt. "Ich leide nicht darunter, beruflich in zweiter Reihe zu stehen. Aber als Frau des Chefs muss ich mich vor Kollegen deutlich zurückhalten. Das wurmt." In deren Gegenwart widerspricht Ina ihrem Mann nie, Kritik übt sie unter vier Augen. "Mein Standing wäre sicher höher, wenn wir kein Paar wären", gibt sie zu. Jürgen Ennker weiß, was er an seiner Frau hat: "Wir konnten uns immer aufeinander verlassen." Auf Gebieten, wo Ina mehr Erfahrung hat, hört er auf ihren Rat, muss als Chefarzt aber schließlich die letzte Entscheidung treffen. Zu Hause ist das anders.

"Alltagsfragen regele ich so, wie ich es für richtig halte", erzählt Ina. Um beruflich Freiraum zu erobern, macht sie den Facharzt in plastischer Chirurgie, einem Gebiet, auf dem er nicht mitreden kann. Ihr Tipp für Frauen, die mit ihrem Chef liiert sind: "Finden Sie etwas, von dem Sie sagen können: Das ist meins. Sonst sind Sie in allem die Zweite."

Ein Chef zum Verlieben

Wie viel Liebe verträgt der Job? Und wie viel Job verträgt die Liebe? Wenn Paare Bett und Büro teilen, gelten verschärfte Arbeitsbedingungen.

Sie tauchen in Statistiken nicht auf. Aber es sind viele. Und längst sagen sie nicht mehr zu allem Ja und Amen: Wenn der eigene Mann gleichzeitig der Chef ist, dann wollen Frauen mit ihm auf Augenhöhe arbeiten. Ob Firma, Praxis oder angestellt im Büro - weitreichende Entscheidungen treffen sie zwar meist nicht, manche halten sich sogar bewusst im Hintergrund. Doch ohne ihre mitdenkenden und oft topinformierten Partnerinnen wären viele Chefs aufgeschmissen. "Mein Mann, mein Chef": Wie geht eine selbstbewusste Frau mit dieser Situation um? Wie bewahrt sie ihre Eigenständigkeit? "Wichtig ist, dass die beruflichen Rollen klar aufgeteilt sind", erklärt Petra Bock, Trainerin und Coach in Berlin (www.petrabock.de). "Wenn Sie sich Ihrer persönlichen Stärken sicher sind, dann fällt es Ihnen leichter, sich etwas sagen zu lassen." Das bestätigt auch Thayarni Kanagaratnam vom Restaurant "la vie" in Osnabrück.

Die 36-Jährige betreut die Gäste, ihr Partner Thomas Bühner ist Chefkoch und Geschäftsführer. Thayarni: "Ich liebe es, auf Menschen zuzugehen, für sie da zu sein. Die erste Geige spielen war nie mein Ziel." Kritisch beobachten schon - und das ohne Scheu. Wenn ihr etwas nicht passt, dann sagt sie es ihrem Chef. Nie vor Gästen, aber durchaus vor Mitarbeitern. Ohne dabei jemals Thomas' Gesamtautorität anzuzweifeln. Trainerin Petra Bock weiß aus Erfahrung, dass nicht alle Frauen so eigenständig in einem abhängigen Arbeitsverhältnis agieren wie Thayarni: "Viele mutieren zur Mama der Firma." Besonders emotionale Probleme blieben oft an den mitarbeitenden Frauen hängen. Diesen Schuh sollten sie sich aber auf keinen Fall anziehen. An diesen Rat hält sich Ina Carolin Ennker, Oberärztin in der Klinik ihres Mannes, dem Herzzentrum Lahr. "Kollegen schieben mich gern vor, doch darauf lasse ich mich nicht ein." Eine weise Entscheidung, denn als Frau des Chefs gehört man nie hundertprozentig zu den Kollegen. Wer es trotzdem versucht, sitzt schnell zwischen allen Stühlen. Nur in Ausnahmefällen, so Experten, sollte man die Loyalität seinem Partner gegenüber in einer hierarchischen Arbeitsbeziehung aufgeben, etwa wenn das eigene Gewissen sich wehrt.

Wer als "Liebste des Bosses" ein Mitspracherecht bei Personalentscheidungen hat, fährt schlecht damit, es als Druckmittel im Kollegenkreis zu verwenden. Neid und Missgunst kommen garantiert als Bumerang zurück. "Als Frau des Chefs sollten Sie konzentriert und achtsam navigieren, emotionale Themen offen und ruhig ansprechen", empfiehlt Petra Bock. Wie schwierig das sein kann, zeigt das Beispiel von Marie Pfeiffer, 31, Krankenschwester in Duisburg (Name von der Red. geändert). Aus Angst vor neuem Mobbing durch Kolleginnen wollte Marie sich auf keinen Fall für diesen Artikel fotografieren lassen. Sie arbeitet mit ihrem Mann Jan, Chef- Anästhesist, auf derselben Station. "Einige dort hätten ihn auch gern erobert und mobbten mich vor zwei Jahren fast raus." Die Kolleginnen stichelten, schlossen Marie vom Flurfunk aus. "Jan und ich waren zu naiv, zeigten unser Glück erst mal allen." Ein schwerer Fehler.

Am Arbeitsplatz müssen Liebschaften extrem diskret angegangen werden, besonders wenn einer der beiden in der Hierarchie höher steht. Die Therapeutin Bettina von Schorlemer (www.frankfurter-therapiezentrum. de) rät: "Outen Sie sich erst als Paar, wenn die Verliebtheit ernst wird. Und verzichten Sie auf Zärtlichkeiten und Privatgespräche." Marie Pfeiffer, die Krankenschwester, hat durchgehalten: "Jan und ich blenden unser Privatleben auf der Station völlig aus. Als Paar blockiert uns hier niemand mehr." Vollkommen normal ist der Umgang zwischen Chef und Lebenspartnerin wohl nie. Das bestätigt auch Ina Carolin Ennker. "In seinem Büro geht es zu wie in einem Bienenkorb. Wenn ich etwas Berufliches mit ihm besprechen will, platzt garantiert jemand rein und denkt sich: »Ach, da sitzt ja nur die Frau vom Chef.« Mit mir führt er deshalb nie ein normales Mitarbeitergespräch." So ein Gespräch ist nach Ansicht des Münchner Paartherapeuten und Autors David Wilchfort (www.couplecoaching. de) für eine im Job hierarchische Beziehung aber äußerst wichtig. Denn bei dieser Konstellation gehen die Prioritäten gern durcheinander.

"Dann ist die Trennlinie zwischen Beruf und zu Hause unklar, Emotionen laufen in die falsche Richtung." Wilchfort rät zu partnerschaftlicher Disziplin: "In der Arbeit über die Arbeit sprechen, zu Hause über Privates." Sinnlos also, 5 Minuten vor dem ersten Klienten ein strittiges Beziehungsthema anzugehen. Am Anfang, so Wilchfort, falle die emotionale Zurückhaltung im Job schwer, aber später sei es auch kein Drama mehr, wenn privat gerade mal Knatsch herrsche. Für die Klärung beruflicher Themen empfiehlt der Paartherapeut einen wöchentlichen Jour fixe, am besten an einem neutralen Ort. Auch wenn er nur 30 Minuten dauert - Regelmäßigkeit ist wichtig. "Viele Paare denken, dass nur schlecht Gelaufenes auf den Tisch kommen sollte.

Doch gerade die Analyse von Erfolgen hat Potenzial für jedes Duo." Ebenfalls essenziell für die Tandem- Worker: Freiräume. Buchautorin Meike Müller ("Rendezvous am Arbeitsplatz", Mosaik Verlag) rät: "Bleiben Sie immer als Individuum präsent. Wenn eine Frau nur noch per »wir« von sich und ihrem Partner spricht, wird sie im Job leicht übersehen." Deshalb ist es wichtig, positive und negative Muster zu durchschauen. Die Medizinerin Ina Carolin Ennker kennt es von ihrem Mann Jürgen, dass der in der Klinik oft nicht trennt zwischen ihrer beider Meinung: "Meine Frau sieht das genauso" - das würde sie umgekehrt von ihm nie sagen. Genauso unerlässlich für sie: Plan B. "Eine Garantie, dass die Arbeit mit dem Partner ein Leben lang funktioniert, hat man nicht. Finanzielle Selbstständigkeit, falls die Beziehung schiefläuft oder der Mann stirbt, ist deshalb unverzichtbar für mich."

Ennker spricht einen zentralen Punkt an, den es gut abzusichern gilt. Was passiert, wenn das Paar kein Paar mehr sein sollte? Tatjana Zimmermann hat mit ihrem Mann, in dessen Firma sie angestellt ist, einen professionellen Arbeitsvertrag geschlossen. "Sonst zahle ich nicht in die Rente ein, und das wäre fatal fürs Alter. Gehaltsverhandlungen musste die gelernte PTA mit Olaf nicht führen, "er hat mich von Anfang an übertariflich bezahlt." Grundsätzlich sollten Paare reguläre Verträge eingehen, rät Bettina von Schorlemer. "Schließlich leisten die Frauen keinen Liebesdienst, sondern arbeiten vollwertig. Dazu gehört vor allen Dingen auch ein festgesetztes Honorar." Beziehungen oder Ehen, die am Arbeitsplatz anfangen oder dort noch bestehen, gelten allerdings als besonders haltbar.

Immer gebe es eine "starke gemeinsame Interessenbasis", so der Heidelberger Soziologe Thomas Klein. Hinzu kommt der sogenannte Parfumfaktor: Anders als zu Hause wird im Job nicht rumgelümmelt, tendenziell reißt man sich auch als Paar mehr zusammen, lässt sich weniger gehen. Chefarzt Jürgen Ennker stellt dagegen fest, dass er seine Frau in der Klinik schon mal ruppiger behandelt als andere Kollegen. Er bedauert außerdem, sie nicht noch stärker gefördert zu haben: "Ich habe Ina schon manchmal als Ausputzer für das eingesetzt, was andere nicht gern machen." Wer den Partner zum Chef hat, sollte immer darauf achten, dass trotz des bestehenden Hierarchiegefälles das eigene Ich nicht ins Hintertreffen gerät.

Trainerin Petra Bock empfiehlt, sich dafür regelmäßig und ehrlich selbst zu befragen: Bin ich eigentlich noch zufrieden? Wie würde ich mich fühlen, wenn ich einen anderen Chef hätte? Klappt der tägliche Wechsel zwischen Berufs- und Privatleben? Was könnten wir ohne große Schwierigkeiten in unserem Arbeitsverhältnis verändern? Wer solche Fragen eher negativ beantwortet, sollte besser über eine berufliche Trennung vom Partner nachdenken und sich dabei professionell beraten lassen. "Keinesfalls", rät Petra Bock, "sollten Sie sich aus Liebe unter Wert verkaufen. So ein Ungleichgewicht geht über kurz oder lang nach hinten los." Harriet Wolff

Quelle: Freundin, 01.08.2007


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E-Mail: ina.ennker(at)yahoo.de

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„An Unusual Team of Cardiothoracic Surgeons”

Chirurgie, Thorax- und Kardiovaskularchirurgie
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