Foto: Prof. Dr. med. Jürgen EnnkerProf. Dr. med. Jürgen Ennker
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Zu den Seiten vonDr. med. Ina C. EnnkerFachärztin für Chirurgie, Thorax- und Kardiovaskularchirurgie
Oberärztin am MediClin
Herzzentrum Lahr/Baden

Echte Herzensangelegenheit für Arzt und Patient

Peter Hofer hat sich in der Lahrer Spezial-Klinik operieren lassen / 427 Eingriffe im Jahr erfolgen hier nach modernem Verfahren

Kritischer Moment: Das schlagende Organ wird aus seinem Bett gehoben und leicht gedreht, damit die Mediziner besser daran arbeiten können.

Er kann schon wieder lachen: Peter Hofer aus Stuttgart wurde am Montag operiert - am schlagenden Herzen, wie die Mediziner es nennen. Zwei Tage danach geht er schon mit Hilfe eines Rollators »spazieren«.

Mit der Diagnose »Hauptstammstenose « war der 72-Jährige aus Stuttgart ins Lahrer Herzzentrum in den Ortenaukreis gekommen. Mit sogenannten Stents, kleinen Drahtgeflechten, die den Durchfluss des Bluts sichern, konnte nichts mehr gemacht werden. Deshalb entschieden sich die Ärzte für eine Operation im OPCAB-Verfahren (»off pump coronary artery bypass«). Nach der OP und einer Rehabilitationszeit, versicherten ihm die Mediziner, soll er wieder ganz normal leben können.

Es ist Montagmorgen, 8.30 Uhr. Im OP-Saal des Herzzentrums Lahr/Baden liegt Peter Hofer schon im Tiefschlaf. Sein Körper, der auf einem Luftbett liegt, das die Körpertemperatur konstant auf 36 Grad hält, ist bis auf ein etwa 30 mal 30 Zentimeter großes Feld komplett mit blauen Tüchern abgedeckt, die freie Fläche mit einer dünnen Folie belegt, die an Frischhaltefolien erinnert. Hofer ist an Monitore und Perfusoren angeschlossen, die genau dosiert Medikamente intravenös verabreichen. Schmerzmittel, Schlafmittel, aber auch Blutgerinnungshemmer sowie Blutdruck und Herzmuskel unterstützende Mittel fließen in seinen Körper. Die Anästhesisten, Tejas Alexander und Kerstin Flügler, beobachten die Bildschirme, die die Aktivitäten des Herz-Kreislaufsystems, aber auch den Tiefschlaf überwachen.

Eine OP muss penibel vorbereitet werden, damit alles parat liegt.

Luise Vöhringer führt mit einem Skalpell einen langen Schnitt am Brustbein entlang, tief ins Gewebe, bis sie auf den Knochen trifft. Dann greift sie zur Säge, die das Brustbein kreischend durchtrennt. Es ist das einzig laute Geräusch während der ganzen Operation. Ansonsten geht es sehr ruhig zu.

Der Brustkorb wird geöffnet und mit großen Klammern auseinander gehalten. Der Blick ins Innere ist frei. Peter Hofer atmet selbstständig ohne Herz-Lungen-Maschine. Die Lungenflügel heben und senken sich. Dünne schwarze Streifen sind darauf zu sehen. »Das sind Ablagerungen von der Luft, die Herr Hofer eingeatmet hat«, erklärt die Ärztin. Bei einem Raucher, sagt sie, wäre mehr zu sehen. Darunter sieht man das Herz schlagen.

Damit nicht zu viel Blut fließt, verödet die Ärztin die Gefäße am Schnittrand. Es riecht befremdlich. Yasser Hegazy, Mediziner, und Manja Schierz assistieren ihr dabei.

Die Lupenbrille ermöglicht ihr eine bessere Sicht. Über Sprechanlage meldet sich Chefarzt Privatdozent Jürgen Ennker, der gleichzeitig auch ärztlicher Direktor der Klinik ist. »Wie lange noch?« fragt er. »20 Minuten«, antwortet Luise Vöhringer. Das ist die Zeit, die sie noch benötigt, bis die Vorarbeiten erledigt sind.

Auf Bildschirmen verfolgen die Ärzte Hofers Zustand
Mit ruhiger Hand löst sie die Arteria Mammaria, die Brustbeinarterie, die aus elastischen Fasern besteht, aus dem Bindegewebe, klemmt sie am Ende ab und durchtrennt sie. Diese Arterie wird die Verbindungen im Herzen, die momentan verstopft sind, wieder herstellen. Zur Sicherheit wird ein Herzschrittmacher angeschlossen, der aber schon nach wenigen Tagen wieder entfernt werden kann. 9.19 Uhr: Ennker kommt genau zum richtigen Zeitpunkt.

Manja Schierz hilft ihm in den OP-Kittel. Unauffällig reiht er sich ins Team ein, übernimmt die Hauptarbeit: das Verbinden der Arterie mit den Blutgefäßen im Herzen. Um den Durchfluss während der OP zu gewährleisten, schiebt der Arzt kleine Röhrchen, sogenannte Shunts, die die Dicke eines Koronargefäßes haben, in die Arterien. Mit hauchdünnen Fäden werden die Blutgefäße im Herzen mit der ausgelösten Arterie verbunden.

Damit die schlagende Bewegung des Herzens hier nicht stört, wird ein Octopus aufgesetzt, ein hufeisenförmiges Teil, das sich mit Saugnäpfen am Herzmuskel befestigen lässt. Die kleine Fläche zwischen den beiden Octopus-Schenkeln ist der Arbeitsbereich, der jetzt stabilisiert ist. Ennker arbeitet schnell und konzentriert. Vöhringer assistiert. Es ist eine Sisyphusarbeit, die viel Geduld und eine ruhige Hand erfordert.

Bei Peter Hofer müssen auch an der Hinterwand neue Verbindungen angelegt werden. Dazu muss das Herz aus seinem Bett gehoben und leicht gedreht werden. Ennker befestigt einen zweiten Stabilisator an der Spitze des Muskels, hebt ihn heraus und bringt ihn in Position. Jetzt kann er an der Seitenund Hinterwand arbeiten. Um ihm den Zugriff zu erleichtern, kippt Tejas Alexander die Liege seitlich ab. Immer wieder wandern die Blicke der Ärzte zu den Monitoren. Alles in Ordnung. Die Werte sind stabil. »Das ist eine schöne Kurve«, sagt der Narkosearzt zufrieden.

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Kontakt

Telefon: 07821 925-1000
Fax: 07821 925-391000

E-Mail: juergen.ennker(at)mediclin.de

MediClin Herzzentrum Lahr/Baden
Hohbergweg 2
77933 Lahr/Baden

Prof. Dr. Ennker behandelt folgende Krankheiten:

  • Aneurysma der Brustaorta
  • Aortenbogenerkrankungen
  • Aortenklappenundichtigkeit, -einengung
  • Aussackung der Herzkammer (Aneurysma)
  • Bauchaortenaneurysma
  • Erkrankungen peripherer Gefäße (Becken-, Ober- und Unterschenkelbereich)
  • Halsschlagadererkrankungen
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  • Herzinfarkt
  • Herzkranzgefäßerkrankungen
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  • Pulmonalklappenerkrankung
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  • Tricuspidalklappenundichtigkeit
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Prof. Dr. Ennker führt diese Operationen aus:

  • Aneurysma Behandlung
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Qualitätspartnerschaft für Koronar- und Herzklappenchirurgie

Fachpresse

„An Unusual Team of Cardiothoracic Surgeons”

Chirurgie, Herzchirurgie, Thorax- und
Kardiovaskularchirurgie, Gefäßchirurgie
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