Autor: | Mortasawi, A.; Rosendahl, U.; Schröder, T.; Albert, A.; Ennker, IC.; Ennker, J. |
Inhalt: | Bei einem zunehmenden Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung und infolge des medizinisch- technischen Fortschritts wächst das Durchschnittsalter der am Herzen operierten Patienten. Wir haben daher die Kurz- und Langzeitergebnisse der isolierten Myokardrevaskularisation in der neunten Lebensdekade untersucht.
Zwischen 1.1.95 und 31.12.98 wurden 121 Patienten (51 Frauen, 70 Männer, zwischen 80 und 88 Jahre alt, Median: 82 Jahre) einer isolierten Myokardrevaskularisation mit Hilfe der Herz-Lungen- Maschine unterzogen. Bei 87 % wurde die A. mammaria interna (IMA) als Bypassgraft benutzt.
Die Krankenhausmortalität betrug 6,6 %. Nach der logistischen Regressionsanalyse waren für die Krankenhausmortalität folgende Parameter relevant: EF kleiner als 50 %, Zustand nach kardialer Dekompensation, Schwere der koronaren Herzerkrankung, Einsatz der intraaortalen Ballonpumpe (IABP), drainagebedürftiger Perikarderguß. Eine Abhängigkeit vom IMA-Einsatz lag nicht vor.
Die Nachbeobachtungszeit betrug zwei bis 48 Monate (Median: 20 Monate). Die Überlebensrate war bei den Frauen nach einem Jahr 93,1 %, nach zwei Jahren 87,3 %, nach drei Jahren 73,7 % und bei den Männern 86,9 %, 82,5 % und 65,1 %. Diese Raten unterschieden sich kaum von den Überlebensraten der 82-jährigen Frauen und Männer in der Gesamtbevölkerung.
Die Überlebensrate war von den folgenden Faktoren abhängig: Geschlecht, Zustand nach Apoplex, Zustand nach arterieller Embolie, postoperativer Reintubation wegen respiratorischer Insuffizienz. Während der Nachbeobachtungsphase wurden keine neunen Herzinfarkte beobachtet.
Die Freiheitsrate von erneuten Angina pectoris-Beschwerden war nach einem Jahr 90,1 %, nach zwei Jahren 82,6 %, nach drei Jahren 78,1 %. Die entsprechenden Zahlen für die Freiheit von einer erneuten stationären Behandlung aus kardialen Ursachen waren 87,6 %, 80,1 % sowie 73,2 % und für die Freiheit von Pflegebedürftigkeit 94,3 %, 91,5 % und 91,5 %. 4 % der Überlebenden litten unter persistierender Verwirrtheit, 3 % unter Depression, 5 % unter Konzentrationsschwäche und 6 % unter Schwindel.
Zusammenfassend hat die Untersuchung gezeigt, daß die isolierte koronare Bypassoperation in der neunten Lebensdekade akzeptable Kurz- und Langzeitergebnisse aufweist. Die Mortalitätsraten in den ersten drei postoperativen Jahren sind mit den Mortalitätsraten der Gleichaltrigen in der Gesamtbevölkerung vergleichbar. |