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Myokardrevaskularisation in der neunten Lebensdekade:
Verbesserung der Lebensqualität und Lebenserwartung?
Autor: | Mortasawi, A.; Schröder, T.; Albert, A.; Rosendahl, U.; Ennker, IC.; Ennker, J. |
Erscheinungsort: | The Thoracic and Cardiovascular Surgeon 1999; 47, Suppl. 1:265 |
Inhalt: | Bei einem zunehmenden Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung und infolge des medizinisch-technischen Fortschritts wächst das Durchschnittsalter der am Herzen operierten Patienten. Wir haben daher den Einfluß der isolierten Myokardrevaskularisation in der neunten Lebensdekade auf die Lebensqualität und Lebenserwartung untersucht.
Zwischen 1.1.95 und 30.6.98 wurden 103 Patienten (44 Frauen, 59 Männer, zwischen 80 und 88 Jahre alt, Median: 82 Jahre) einer isolierten Myokardrevaskularisation unterzogen. 14 (13,6 %) erhielten nur venöse Grafts, 89 (86,4 %) zusätzlich unilaterale LIMA-Bypässe. Die Apoplexrate war 4,9 %, die Rate für den perioperativen Myokardinfarkt 3,9 %. Die 30-Tage-Mortalität betrug 5,8 %, die Krankenhausmortalität 6,8 %. Eine Abhängigkeit vom IMA-Einsatz lag nicht vor (Cox-Regressionsanalyse).
Die Nachbeobachtungszeit betrug 2 bis 45 Monate (Median: 15 Monate). Der Vergleich der Überlebensrate der Patienten (Kaplan- Meier) mit der der 82-jährigen aus der Gesamtbevölkerung (Sterbetafeln 1994-1996) ergab: |
| | nach 1 Jahr | nach 2 Jahren |
|---|
Normalkollektiv, Frauen | 92,7 % | 85,0 % | Operierte Frauen | 91,3 % | 87,7 % | Normalkollektiv, Männer | 89,0 % | 78,4 % | Operierte Männer | 85,8 % | 78,8 % |
|
| Die Freiheitsrate von Angina pectoris betrug nach einem Jahr 91,5 % und nach 2 Jahren 84,0 %. Keinen erneuten Krankenhausaufenthalt aufgrund kardialer Beschwerden hatten 87,3 % der Überlebenden nach einem Jahr und 85,6 % nach 2 Jahren. Neue Herzinfarkte wurden nicht beobachtet.
73 % der Überlebenden versorgten sich im Alltag ohne, 21 % mit Unterstützung. Die restlichen 6 % mußten als Pflegefälle behandelt werden. Während präoperativ 94 % der NYHA-Klassifikation III und IV zuzuordnen waren, gehörten 89 % der Überlebenden der NYHA-Klasse II an.
Zusammenfassend hat die Untersuchung gezeigt, daß die Lebensqualität von Patienten in der 9. Lebensdekade nach isolierter Myokardrevaskularisation deutlich verbessert wird und daß sich die Mortalitätsrate dieser Patienten kaum vom Normalkollektiv unterscheidet. |