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Der Einfluss von extremer Adipositas auf den peri- und postoperativen Verlauf nach aortokoronarer Bypassoperation
Autor: | J. Ennker, R. Schoeneich, T. Schröder, F. Schoeneich, I.C. Ennker |
Erscheinungsort: | Deutsche Medizinische Wochenzeitschrift 2001, 126:419-423 (Nr. 15) |
Inhalt: | Extreme Adipositas gilt in der Bypasschirurgie als Risikofaktor. Ziel dieser Arbeit war es zu untersuchen, ob Patienten mit einem BMI>35 (Body Mass Index) tatsächlich eine höhere Morbiditäts- und Letalitätsrate im Vergleich zum normalgewichtigen Kontrollkollektiv haben (BMI 20-25). Untersucht wurden retrospektiv (01.04.96 bis 01.10.00) und konsekutiv 206 extrem adipöse Patienten (Gruppe A) und 206 normgewichtige Patienten (Gruppe B: jeder zehnte Patient aus dem Gesamtkollektiv von 5614 bypassoperierten Patienten). Die Datenerfassung erfolgte anhand von Patientenprotokollen, Fragebögen und telefonischen Interviews.
Der Vergleich von Gruppe A mit Gruppe B ergab eine signifikant höhere Inzidenz an Diabetes mellitus, Hyperlipidämie und Hypertonie (p<0,001) in Gruppe A. Signifikante Unterschiede im operativen Vorgehen zeigten sich im Vergleich beider Gruppen lediglich in einer längeren Operationszeit von 212,3±44,6 min und Aortenabklemmzeit von 53,8±17,4 min (Gruppe A). Die Beatmungsdauer, respiratorische Insuffizienz und der Intensivaufenthalt war bei beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich. Hingegen war das Auftreten von Wundheilungsstörungen in Gruppe A signifikant häufiger (p<0,001). Mit 1,5% lag die Sterblichkeitsrate (30 Tage) der operierten Patienten in Gruppe A nicht signifikant höher, als die in Gruppe B mit 2,9%.
Bei Altersschichtung der beiden Gruppen und nachfolgendem Vergleich der 30-Tage Letalität zeigte sich kein signifikanter Unterschied bei den 60-75-jährigen Patienten. Die mittlere Überlebensrate nach vier Jahren betrug 87,2% (Gruppe A) versus 86,4% (Gruppe B).
Unsere Ergebnisse zeigen trotz erhöhter Morbidität eine statistisch nicht signifikant erhöhte Letalität, daher sind elektive koronarchirurgische Eingriffe bei extrem adipösen Patienten ohne zwingende vorherige Gewichtsreduktion gerechtfertigt. |