Foto: Prof. Dr. med. Jürgen EnnkerProf. Dr. med. Jürgen Ennker
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Zu den Seiten von PD Dr. med. Ina C. EnnkerFachärztin für Chirurgie, Thorax- und Kardiovaskularchirurgie


Publikationen

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Vorwort

Autor:

Ennker, J.

Erscheinungsort:

Herzzentrum Lahr/Baden, Jahresbericht 1997:1-3

Inhalt:

Qualitätssicherung in der Medizin ist ein seit Jahren propagiertes Thema. In allen Disziplinen werden entsprechende Bemühungen in Hinblick auf eine adäquate Umsetzung dieser Thematik durchgeführt.

Insbesondere die Chirurgie speziell die Herzchirurgie, ist aufgrund der Meßbarkeit von verschiedenen Patientenvariablen, von präoperativen, perioperativen und postoperativen Ergebnissen für eine eingehende Evaluation besonders geeignet. Diese Daten werden seit 1989 jährlich gesammelt und dann von der Arbeitsgruppe für Qualitätssicherung in der Herzchirurgie der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie zentral ausgewertet. Die generierten Durchschnittswerte werden derzeit an die übermittelnden Kliniken zurückgesandt, so daß sich jede teilnehmende Klinik mit den eigenen Ergebnissen im Verhältnis zum Durchschnittswert Positionieren kann. So sinnvoll, wichtig und unverzichtbar derartige Durchschnittswerte in Hinblick auf Komplikationszahlen, Krankenhausverweildauer und insbesondere Letalität sind, so geben diese dem einweisenden Kollegen bei der Bemessung des operativen Risikos des sich ihm anvertrauenden Patienten nur eine grobe Orientierung. Entscheidend für die Beantwortung der Frage, ob eine Operation günstige Erfolgsaussichten hat, können nicht Durchschnittsergebnisse aller deutschen herzchirurgischen Kliniken sein, sondern die entsprechenden Resultate in den vom Patienten erreichbaren Zentren. Diese Überlegungen waren der Ausgangspunkt für die Erstellung eines umfangreichen Jahresberichtes, wie er in dieser nunmehr deutlich weiterentwickelten Form erneut von unserer Klinik vorgelegt wird. Der diesjährige Jahresbericht stellt das Resumé der 1997 erreichten Ergebnisse für einzelne Operationsarten dar. Da komplexe medizinische Leistungen nur im Team aus verschiedenen Berufsgruppen erarbeitet werden können, sind bei der Erstellung dieses Jahresberichtes selbstverständlich die Kollegen der Anästhesie, die Mitarbeiter der Krankenpflege, der Kardiotechnik und der Krankengymnastik mit einbezogen worden.

Es ist unser Anliegen mit diesem Jahresbericht, die einweisenden Kollegen, interessierte Patienten und deren Angehörigen wie auch die Versicherungsträger, über die erzielten Leistungen und laufenden Anstrengungen der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie unseres Hauses zu informieren. Naturgemäß ist es nicht möglich mit einem Bericht den Interessen aller Gruppen in Form eines Jahresberichtes umfassend gerecht zu werden. Es wird zu überlegen sein, ob in der Zukunft für die unterschiedlichen Zielgruppen entsprechend akzentuierte Berichte zu erstellen sind.

Die in diesem Bericht zusammengefaßten Daten werden kontinuierlich gesammelt und am Jahresbeginn dann für das Vorjahr zusammengetragen. In wöchentlichen Klinikanalysen werden auftretende Besonderheiten erfaßt und in Hinblick auf therapiebezogene Konsequenzen analysiert. Komplikationszahlen und Letalitätsziffern werden kontinuierlich und eingehend analysiert, um auch zeitnah Rückschlüsse auf Indikationsstellung und chirurgisches Vorgehen ziehen zu können. Da die herzchirurgische Behandlung in besonderem Maße eine Gemeinschaftsleistung verschiedener Gruppen verlangt, sind diese in die Analysen und Konsequenzen mit eingebunden.

Im Mittelpunkt unserer Bemühungen steht selbstverständlich der Patient. Daher sind uns Verbesserungsvorschläge von Patienten während des Krankenhausaufenthaltes willkommen, um durch konstruktives Hinterfragen unsere eigenen Leistungen kontinuierlich zu verbessern. Darüber hinaus führen wir routinemäßig drei Monate nach der Entlassung eine Befragung der behandelten Patienten durch, die weitere Rückschlüsse erlaubt.

Mit dem hier vorgelegten Jahresbericht wollen wir neben einem Informationsgewinn für unser eigenes Vorgehen die Transparenz schaffen, um die wir uns bereits vom ersten Tag an unserer klinischen Tätigkeit hier in Lahr bemüht haben. So senden wir bereits am ersten Operationstag ein Informationsschreiben mitsamt Operationsbericht an die einweisenden Kollegen. Mittlerweile wird dies jedoch immer mehr eine selbstverständliche Serviceleistung, zumindest der Herzchirurgie hier im südwestdeutschen Raum.

Die gleiche Entwicklung wünschen wir uns für den Jahresbericht. Wir meinen, daß es heutzutage eine berechtigte Forderung darstellt, daß jede Klinik ihre Ergebnisse umfassend offenlegt, um auf diese Art und Weise eine der heutigen Zeit angemessene Transparenz medizinischer Leistung für Patienten, Einweiser, wie auch für die Gemeinschaft der Versicherten herzustellen. Es ist unserer Meinung nach nicht einzusehen, warum heute Daten z.B. in Industrie und Dienstleistung kontinuierlich analysiert und gemessen werden, während über Ergebnisse medizinischer Therapie oftmals, insbesondere im Laienbereich, nur nebulöse Vorstellungen zugelassen werden. Dies gilt speziell für die Herzchirurgie, wo optimale Bedingungen bestehen, die Qualität der medizinischen Versorgung zum Vorteil der betroffenen Patienten zu evaluieren.

Letztendlich kann eine konsequente Information über ärztliche Leistungen erheblich zum Abbau noch vorhandener Schwellenängste im Hinblick auf ihre Inanspruchnahme fuhren. Dementsprechend kann eine überzogene Erwartungshaltung durch den Verweis auf die real existierenden Risiken korrigiert werden. Darüber hinaus ist eine relevante Qualitätsauslese in Zeiten von ausreichender Kapazität im Bereich der Herzchirurgie zu erwarten. Das Beispiel des US-Bundesstaates New York ist in dieser Hinsicht sehr lehrreich: Seit Beginn der Veröffentlichung der Ergebnisse 1989 sank die durchschnittliche risikoadjustierte Mortalität der Koronarchirurgie z.B. von 4,25% auf 2,58 % im Jahre 1994. Eine Entwicklung, die naturgemäß auch den medizinischen Fortschritt reflektiert, unseres Erachtens aber durch die Maßnahmen der Gesundheitsbehörden im Staate New York besonders gefördert wurden. So berichtete 1996 Dr. Barbara De Buono, State Health Commissioner im Bundesstaat New York: "Wir haben die niedrigste Sterblichkeitsrate der Koronarchirurgie in den Vereinigten Staaten."

Zumindest in den USA hat dieses Beispiel Schule gemacht, so daß eine derartige Informationspolitik auch in anderen Bundesstaaten aufgenommen wurde. Es ist uns bewußt, daß die Philosophie des "Report casts" alles andere als unproblematisch ist. Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint es uns vertretbar den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.

Demgegenüber stellt unsere Informationspolitik eine absolut freiwillige Leistung dar, die derzeit in dieser Form nach unserer Kenntnis in der Bundesrepublik noch ohne Beispiel ist. Wenn es auch ausgesprochen schwierig ist, aufgrund der Unterschiedlichkeit von verschiedenen Patientenkollektiven Daten über Ergebnisse, Letalitäten und Komplikationen herzchirurgischer Leistungen von Klinik zu Klinik zu vergleichen, so ist es nach unserer Meinung aus den geschilderten Überlegungen doch wünschenswert, daß weitere Kliniken unserem Beispiel folgen mögen.

Der hier vorgelegte Jahresbericht ist naturgemäß einem Wachstums- und Erfahrungsprozeß unterzogen und kann derzeit noch auf gar keinen Fall als Ideal angesehen werden; wir verfolgen die Entwicklung selbstkritisch, für Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge sind wir dankbar.

Für den kommenden Bericht haben wir uns eine Verbesserung in vielen Punkten, insbesondere auch eine verläßliche Risikoadjustierung, die wir für das gesamte Jahr 1997 noch nicht erreicht haben und daher nicht angegeben haben, zu fordern. Wir sind insofern für jeden Verbesserungsvorschlag, für konstruktive Kritik und sonstige Rückkoppelung dankbar.

Dieser Jahresbericht umfaßt, neben der Darstellung unserer Klinikphilosophie, dem Qualitätsmanagement und den medizinischen Zielsetzungen, natürlich die Auswertung der chirurgischen Ergebnisse, eine Darstellung der Klinik für Anästhesie, sowie einen Datenvergleich mit vergleichbaren Quellen.

Mit dem hier vorgelegten Jahresbericht erfüllt unsere Klinik eine Bringschuld bei der Forderung nach Transparenz medizinischer Leistungen und dokumentiert unsere Verpflichtung zur kontinuierlichen und nachhaltigen Förderung unserer Qualität.

 

 

Kontakt

Telefon: 07821 925-1000
Fax: 07821 925-391000

E-Mail: juergen.ennker(at)mediclin.de

MediClin Herzzentrum Lahr/Baden
Hohbergweg 2
77933 Lahr/Baden

Prof. Dr. Ennker behandelt folgende Krankheiten:

  • Aneurysma der Brustaorta
  • Aortenbogenerkrankungen
  • Aortenklappenundichtigkeit, -einengung
  • Aussackung der Herzkammer (Aneurysma)
  • Bauchaortenaneurysma
  • Erkrankungen peripherer Gefäße (Becken-, Ober- und Unterschenkelbereich)
  • Halsschlagadererkrankungen
  • Herzbeutelentzündungen
  • Herzinfarkt
  • Herzkranzgefäßerkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herztumor
  • Herzversagen
  • Hyperhidrosis (übermässiges Schwitzen)
  • Marfan Syndrom
  • Mitralklappenprolaps
  • Pulmonalklappenerkrankung
  • Trichterbrust
  • Tricuspidalklappenundichtigkeit
  • Vorhofseptumdefekt

Prof. Dr. Ennker führt diese Operationen aus:

  • Aneurysma Behandlung
  • Aortenklappenersatz, -rekonstruktion
  • Bypasschirurgie der Herzkranzgefäße
  • endovaskuläre Therapie aortaler Aneurysmen mittels Stent
  • Entfernung von Herzkammeraussackungen (Aneurysma)
  • Herzbeutelentfernung
  • Herzdefibrillatortherapie
  • Herzschrittmachertherapie
  • Herztumorerentfernung
  • Mitralklappenrekonstruktion, -ersatz
  • Operation peripherer Gefäße (Becken-, Ober- und Unterschenkelbereich)
  • Operation von Verengungen der Halsschlagader
  • Pleuraresektion
  • Pulmonalklappenrekonstruktion, -ersatz
  • Trichterbrustkorrektur
  • Tricuspidalklappenrekonstruktion, -ersatz
  • Verschluß Vorhofseptumdefekt

Fachpresse

„An Unusual Team of Cardiothoracic Surgeons”

Chirurgie, Herzchirurgie, Thorax- und
Kardiovaskularchirurgie, Gefäßchirurgie
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